Berliner Model

Eingewöhnung nach dem "Berliner Model"

Besucht Ihr Kind nun bald die Krippengruppe, ist dies in der Regel die erste längere Trennungsphase, die es erlebt.

Es dauert eine Weile, bis das Kind sich in einer neuen, fremden Umgebung mit neuen Kontaktpersonen zurecht finden wird.

Es muss sich z.B. zunächst in unbekannten Räumen orientieren, eine Beziehung zu den fremden Betreuungspersonen aufbauen und sein Tagesrhythmus muss dem Tagesablauf der Krippe angepasst werden. Weiterhin muss es lernen, mit mehreren anderen Kindern zusammen zu arbeiten, gemeinsam Beschäftigungen durchzuführen und ist für mehrere Stunden von den Eltern getrennt.

Diese und weitere Aspekte stellen hohe Anforderungen an das Kleinkind dar und können unter Umständen sogar Stress erzeugen.

Dennoch sind Klein- und Kleinstkinder durchaus in der Lage, solche Situationen zu meistern, brauchen aber unbedingt die Unterstützung und Begleitung durch eine ihnen vertraute Person. Erst wenn das Kind eine Bindung zu einer Erzieherin aufgebaut hat, kann es ohne Eltern mehrere Stunden am Tag zur Betreuung in der Krippengruppe bleiben. Dieser Bindungsaufbau zur Erzieherin braucht jedoch Geduld, Verständnis, Zeit und vor allem die Unterstützung durch die Anwesenheit des vertrauten Elternteils. Dafür ist es unbedingt erforderlich, dass die Mutter oder der Vater oder eine andere vertraute Person für mehrere Tage zusammen mit dem Kind in der Krippengruppe anwesend ist, um sich, in Absprache mit der Erzieherin, Schritt für Schritt vom Kind zu lösen und sich aus der Gruppe zurückzuziehen.

Lässt sich das Kind von der Erzieherin füttern, wickeln oder mittags schlafen legen, ist dies ein verlässliches Zeichen für die Loslösung.

Je nach Individualität des Kindes beträgt diese Eingewöhnungsphase in der Regel etwa ein bis zwei Wochen. Die konkrete Dauer und Gestaltung werden wir direkt mit Ihnen absprechen und auf die Bedürfnisse des Kindes anpassen.

Untersuchungen zeigen, dass Kinder im schonenden und verständnisvollen Umgang und durch die Begleitung einer vertrauten Person, später wesentlich angstfreier mit neuen, unbekannten Situationen umgehen können.

Sicherlich ist auch für Sie als Eltern diese neue Phase im Leben Ihres Kindes oft nicht einfach. Sie müssen sich vielleicht auch erst an eine längere Trennung von Ihrem Kind gewöhnen und haben möglicherweise Sorge und Angst um das Wohlergehen Ihres Kindes.

Dazu sind ausführliche Gespräche mit Ihnen über die Situation und die bisherige Lebenssituation des Kindes für uns besonders wichtig und können Ihnen helfen, diese Sorgen und Ängste zu nehmen.

Zwischen Ihnen und der Erzieherin wird eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut, die dem Kind zu Gute kommt und für die Phase der Eingewöhnung für das Kind positiv wirkt.

Sauberkeitserziehung

In der Entwicklung des Kleinkindes, welches Windeln braucht, bis zum Kind, das selbstständig zur Toilette geht, ist dieser Schritt ein entscheidender.

Für das Kind gibt der Wunsch "groß" zu werden, den entsprechenden Antrieb, auszuprobieren, ob es auch ohne Windel klappt. Wenn dieser Schritt gelungen ist, sind Kinder normalerweise stolz darauf. Auch bei dieser Sauberkeitserziehung ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Kind und der Erzieherin von äußerster Wichtigkeit.

Aus hygienischen Gründen und Infektionsgefahr ist anfangs das Wickeln mit Einweghandschuhen durch die Erzieherin für das Kind ungewohnt, und nicht jedes Kind lässt sich sofort von fremden Personen wickeln.

Diese Phase des "Sauberwerdens" sollte gut mit Ihnen als Eltern abgesprochen werden. Dazu gehören die Gewohnheiten Ihres Kindes, z.B. Nutzung des Töpfchens oder nur "Groß" in die Windel machen, usw., welche besprochen und notiert werden sollten.

Für das Wickeln bekommt jedes Kind ein Fach am Wickeltisch, in welchem Windeln, Feuchttücher, Creme, Wechselkleidung usw. deponiert werden, welche sie als Eltern nach Bedarf mitschicken und auffüllen.

Bei besonderen Vorkommnissen, wie z.B weicher Stuhlgang, Ausschläge usw. werden wir Notiz führen und Ihnen dies mitteilen.

Pädagogische Arbeit

Pädagogische Arbeit in der Krippengruppe

In der Krippengruppe erleben die Kinder einen Tagesablauf, der durch immer wiederkehrende Tätigkeiten und Rituale, die Sicherheit und Orientierung schaffen, strukturiert ist. Der Tagesablauf geht aber auch auf den Körperrhythmus der Kinder und deren individuelle Bedürfnisse nach Nahrung, Bewegung, Anregung und Ruhe ein.

Die sogenannten "Eckpunkte" eines Tagesablaufes in der Krippengruppe sind:

  • Begrüßung und Ankommen / Freispiel bis 9:00 Uhr
  • Morgenkreis ab 9:00 Uhr
  • Gemeinsames Frühstück
  • Wickeln / Körperpflege und Hygiene
  • Angebote / pädagogische Arbeit
  • Ruhe- und Schlafenszeit (auf den individuellen Schlafrhythmus der Kinder abgestimmt)
  • Freispiel oder Angebote
  • Abholen / Abschied ab 12:00 Uhr – 12:30 Uhr
  • Mittagessen mit allen Ganztageskinder 12:30 – 13:00 Uhr
  • Wickeln / Körperpflege und Hygiene
  • Schlafenszeit für Ganztageskinder
  • Freispiel oder Angebote
  • Abholen / Abschied

Dieser Tagesablauf kann sehr unterschiedlich, je nach den Bedürfnissen der Kinder gestaltet und durchgeführt werden.

Essen und Ruhen

Essen und Ruhen in der Kita

Für Kinder bedeuten Mahlzeiten nicht nur die Aufnahme von Nahrung und das Sattwerden, sie unterbrechen den Tagesablauf und vermitteln dem Kind einen wiederkehrenden Rhythmus.

Essen kann eine höchst lustvolle und sinnliche Erfahrung sein. Gerade bei Kleinkindern ist das Bedürfnis, das Essen anzufassen sehr groß. Sowohl das Essen mit den Händen, als auch das Lernen von Tischkulturen sollte vermittelt werden. Dieser Prozess läuft parallel und ist Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Zum Beispiel ermöglicht ein schön gedeckter Tisch mit Tellern, Bechern und Besteck den Kindern vielseitige Erfahrungen.

Durch extra kleine Stühle und Tische ist eine gute Sitzposition gegeben.

Da auch die Essbedürfnisse der Kinder individuell sehr verschieden sind, nehmen wir diese ernst.

Vor dem Frühstück sprechen wir gemeinsam ein Tischgebet.

Die Erzieherinnen nehmen sich ausreichend Zeit für die Mahlzeiten mit den Kindern und teilen den Eltern auf Wunsch mit, was und wie viel ihr Kind gegessen hat.

Frühstück, Brotzeit und Mittagessen

Getränke (Tee & Wasser) stellt die Kindertagesstätte zur Verfügung. Was Sie Ihrem Kind mitschicken, obliegt Ihnen. Ein sinnvolles und gesundes Pausenbrot ist wünschenswert.

Für die Mittagsmahlzeit können Sie Ihrem Kind bei Bedarf auch gerne ein Gläschen mitschicken, welches wir wärmen können oder Sie schicken ihm zusätzlich noch eine kalte Brotzeit mit.

Sollte Ihr Kind bei uns zu Mittag essen, kann es auf Wunsch auch für ein warmes Mittagessen angemeldet werden, täglich bis 09:00 Uhr möglich.

Schlafen, Ruhen und Entspannen

Während des Tagesablaufes ist immer die Möglichkeit gegeben zum Schlafen, Ruhen und Entspannen.
Besonders nach Bewegung, Spiel und Lernen sind Ruhephasen zum "Energieschöpfen" notwendig. Da nicht alle Kinder zur gleichen Zeit schlafen und es auch nicht immer möglich ist, dass zu allen Schlafenszeiten eine Erzieherin im Schlafraum anwesend ist, werden wir durch ständige Kontrolle und Babyphon diese Schlafensphase überwachen. Da einige Kinder es auch genießen, in der Nähe der Erzieherin oder der anderen Kinder zu schlafen, ist dies in einer ruhigen Ecke des Gruppenraumes in einem Kinderwagen oder Buggy ebenso möglich.

Wir versuchen auch beim Schlafen bestehende Rituale und Gewohnheiten der Kinder zu berücksichtigen und ernst zu nehmen.

Die Krippenkinder müssen sich natürlich erst an die Situation des Schlafens in der Einrichtung gewöhnen. Dies funktioniert in der Regel erst nach einer stundenweisen Eingewöhnungsphase in den Alltag des Vormittags und sollte auch erst dann beginnen.

Spiel- und Lernangebote

Spiel-, Erfahrungs-, und Lernangebote

Die Kinder der Krippengruppe erhalten, wie auch die Kinder der Kita-Gruppe, altersentsprechende Lern- und Beschäftigungsangebote zu den verschiedensten Bereichen.

Da im Kleinkindalter die Wahrnehmung eine besondere Rolle spielt und den entscheidenden "Zugang zur Welt" verschafft, findet Lernen mit allen Sinnen statt und sollte deshalb besonders gefördert werden. Über eine gut ausgebildete Selbstwahrnehmung kann später eine differenzierte Fremdwahrnehmung stattfinden. Dazu möchten wir die Kinder anregen und fördern.

Kinder nehmen ihre Umwelt nicht mit einzelnen Sinnen, sondern mit ihrer ganzen Person, mit ihren Gefühlen und Erwartungen, Erfahrungen und Erinnerungen wahr. Bei diesem aktiven Prozess nehmen Kinder mit Vorliebe alles in den Mund, befühlen und betasten es. Über die Haut und die Zunge erhalten sie Informationen über Beschaffenheit, Temperatur und Geschmack eines Gegenstandes. Durch unterschiedliches Spielmaterial werden alle Sinne angesprochen. Auch bietet der Raum vielfältige Bewegungs- und kreative Gestaltungsmöglichkeiten.

Eine weitere wichtige Erfahrung für Kinder ist die Bewegung. Hierzu bieten wir Turnen und Bewegungsspiele, das Spielen im Garten und Spaziergänge, etc. an.

Bevor ein Kind das Sprechen lernt, ist die Bewegung eine seiner Ausdrucksweisen. Das Kind erfährt durch die Bewegung etwas über sich und seine Umwelt und dies ist die Voraussetzung für alle seine Lebensäußerungen. Sowohl im Raum als auch im Freien sind Kinder ständig in Bewegung, wenn man sie lässt.

Die Grundlage für die Kreativitätserziehung ist die Fähigkeit zur Wahrnehmung mit allen Sinnen. Um die Kreativität zu fördern, müssen Kleinkinder ständig experimentieren, suchen, forschen und Eigenes schaffen können. Wir stellen dafür vielfältige und unterschiedliche Materialien und Möglichkeiten zur Verfügung, die es den Kindern ermöglichen, kreativ zu sein und Kreativität zu erlernen.

Auch Naturerfahrungen sind für Krippenkinder wichtig. Dafür bieten wir nach Möglichkeit Wald- und Wiesentage und das Spielen auf dem Spielplatz an. Vorwiegend lernen die Kinder über das eigene Tun, Erproben, Erleben und Erfinden.

Weiterhin gehört die musikalische und rhythmische Erziehung zu den Lernbereichen im Krippenalltag. Das Erlernen und der Umgang mit Musik- und Rhythmikinstrumenten werden ebenso gefördert.

Elterninformationen

Zusammenarbeit mit den Eltern

Für eine gelingende pädagogische Arbeit ist die Zusammenarbeit mit den Eltern besonders wichtig und von hoher Bedeutung. Deshalb schafft eine vertrauensvolle und auf gegenseitigen Austausch beruhende Beziehung zu den Eltern die Möglichkeit, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können. Wir pflegen den Kontakt zu den Eltern in regelmäßigen Gesprächen und im täglichen Austausch.

Besonders der erste Kontakt mit Ihnen ist uns sehr wichtig, da sie vielleicht Ihr Kind zum ersten Mal zu "fremden" Personen bringen und es für längere Zeit von seinen Eltern getrennt ist.

Der erste entscheidende Kontakt findet bereits im Aufnahmegespräch statt, in welchem nicht nur formale Dinge, sondern vor allem der Austausch über Vorlieben, Abneigungen, Essens- und Schlafgewohnheiten, Sauberkeitserziehung, Krankheiten, Allergien und besondere Bedürfnisse, etc. besprochen werden.

Elterninformationen

Im Garderobenbereich befindet sich eine große Pinnwand mit Informationen für die Eltern der Kita und eine weitere mit Informationen anderer Institutionen. Infobriefe und Zettel, die wir mitschicken, finden Sie im jeweiligen Garderobenfach Ihres Kindes.
Alle Termine finden Sie auch in unserem großen Jahresplan im Eingangsbereich wieder.

Auch im örtlichen Gemeindeboten stehen Termine und kurze Berichte zu Veranstaltungen, besonderen Anlässen und Gegebenheiten.

Wochenplan

Neben der Gruppentüre der Krippengruppe hängt ein Wochenplan aus, in den wir täglich eintragen, was wir mit den Kindern besprochen oder durchgeführt haben. Sie können diesen beim Bringen oder Abholen lesen und dadurch erfahren, was wir an jedem einzelnen Tag gemacht haben.

Bewegung

Soweit das Wetter es zulässt, werden wir mit den Kindern täglich an die frische Luft gehen, z. B. in den Garten oder Spaziergänge machen. So erhalten die Kinder auch entsprechende Bewegungsangebote.

Jeden Montag Turnen wir im Bewegungsraum. Bitte ziehen Sie Ihre Kinder an diesen Tagen Sportkleidung (Jogginghose oder Leggings, T-Shirt, Sportjacke oder Pulli) an. Außerdem benötigen die Kinder feste Schuhe, da sie sonst aus sicherheitstechnischen Gründen nicht am Turnen teilnehmen können.

Aktionen (Änderungen sind jederzeit möglich)

  • Gesundes Frühstück: Letzter Donnerstag im Monat
    Die Kinder brauchen an diesem Tag keine Brotzeit. Gemeinsam mit den Kindern werden wir etwas zubereiten.
  • Wald- und Wiesentag: situationsabhängig
    Mit den Kindern wollen wir situationsabhängig ein bis zweimal im Monat einen Wald- und/oder Wiesentag durchführen. Dazu laufen wir schon um 9:00 Uhr von der Kita zu einer Wiese oder einem Waldstück, um dort auf einer Decke Brotzeit zu machen, Spiele zu spielen oder den Wald und die Wiesen zu entdecken.
  • Geburtstag
    Wenn Ihr Kind Geburtstag hat, darf es für seine Krippenfreunde etwas mitbringen. Es liegt in Ihrer oder der Entscheidung des Kindes, was es mitbringen möchte, z.B. Kuchen, Würstchen, Kastanien, etc. Vielleicht entscheiden Sie zusammen mit dem Kind. Bitte sprechen Sie uns aber vorher an, damit wir einen Termin für die Geburtstagsfeier vereinbaren können. Ebenso ob und was Sie mitbringen möchten, denn Sie sind zu nichts verpflichtet.

Erkrankung des Kindes

Sollte Ihr Kind einmal erkranken, rufen Sie uns bitte an und teilen Sie uns dies kurz mit. Besonders wichtig ist dies bei ansteckenden Kinderkrankheiten, da wir zu einer Meldung beim Gesundheitsamt verpflichtet sind und andere Eltern informieren wollen, damit diese auf entsprechende Symptome bei ihrem Kind reagieren können. Nach einer ansteckenden Krankheit benötigen wir unter Umständen sogar eine Bescheinigung vom Arzt, ob Ihr Kind wieder ansteckungsfrei ist!

Medikamente werden in der Krippe nur bei chronischen Krankheiten (z.B. Diabetes oder Ähnlichem) verabreicht. Dies muss unbedingt vorher gut mit uns abgesprochen werden. Kommen Sie bitte in solchen Fällen direkt auf uns zu.

Wünsche an die Eltern

Bitte wenden Sie sich bei Problemen, Unklarheiten, Kritik, aber auch bei Vorschlägen, Ideen usw. vertrauensvoll und direkt an uns. Nur so können wir von Ihren Anliegen und Wünschen erfahren und gegebenenfalls etwas ändern. Für Elterngespräche können Sie uns ebenfalls jederzeit gerne ansprechen und einen Termin mit uns vereinbaren.

Wir freuen uns natürlich auch darüber, wenn Sie uns und den Elternbeirat bei den verschiedenen Festen und Aktionen während des gesamten Kita-Jahres unterstützen würden.

Dank an die Eltern

Wir bedanken uns bei Ihnen, dass Sie sich die Zeit zum Lesen genommen haben und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrer Familie.

Mit den besten Wünschen
Ihr Krippen-Team der Kita St. Andreas Wartmannsroth